Die 4 C's der Diamantgraduierung

Brillant - Ring

Cut - Der Schliff

Der Schliff bezieht sich in erster Linie auf die Winkel und Proportionen eines Diamanten und ist das einzige C das direkt vom Menschen beeinflusst wird. Das Diamantschleifen erfordert langjährige Übung und großes Talent. Der Schleifer muss kleine Facetten in den rohen Diamanten schleifen. Daraus entstehen dann beispielsweise die sogenannte Rundiste, die Kalette und die Tafel.
Um den perfekten Schliff zu erreichen muss oftmals mehr als die Hälfte des Rohdiamanten weggeschliffen werden.
Ein perfekt geschliffener Diamant wird das Licht spiegelähnlich von einer zur anderen Facette reflektieren. Wenn die Facetten präzise geschliffen und wohl proportioniert sind, wird das Maximum des sogenannten „Diamantfeuers“ erreicht. Wenn ein Diamant zu tief oder zu flach geschliffen wurde, führt dies dazu, dass er deutlich an Brillanz und dadurch an Wert verliert.
Unter dem Schliff wird auch die Form eines Diamanten verstanden. Am meisten verbreitet sind die runde, die viereckig oder die tropfenartige Form. Runde Diamanten sind symmetrisch und können aufgrund der genau festgelegten Aufteilung der Facetten das meiste einfallende Licht reflektieren und erhalten so die höchste Brillanz.
Die charakteristischste Schliffform für einen Diamanten und die mit Abstand häufigste ist der Brillantschliff. Dieser muss mindestens 32 Facetten, die Tafel im Oberteil, eine kreisrunde Rundiste, sowie mindestens 24 Facetten im Unterteil. Diamanten die so geschliffen wurden, und nur diese, dürfen als Brillanten bezeichnet werden.

Clarity - Die Reinheit

Unter Reinheit wird das natürliche Vorhandensein von sogenannten Einschlüssen in einem Diamant bezeichnet. Diese sind so einzigartig wie die Fingerabdrücke eines Menschen. Diese Einschlüsse, welche meist mineralischen Ursprungs sind, entstehen bereits bei der Formung des Diamanten in der Erde. Die meisten dieser Einschlüsse sind für das bloße menschliche Auge nicht zu erkennen. Sie beeinflussen allerdings das Licht, welches der Stein reflektiert und wie es reflektiert wird. Einschlüsse können in den verschiedensten Formen entstanden sein. Häufig wird von kristallinen-, wolken- oder federartigen Formgebungen gesprochen, die dem Diamanten einen ganz eigenen Charakter geben.
Um diese beinahe unsichtbaren Einschlüsse für das menschliche Auge sichtbar zu machen, verwenden Gemmologen eine Lupe mit 10-facher Vergrößerung.
Einschlüsse werden durch eine Reinheitsskala bewertet, die auf der Sichtbarkeit bei 10-facher Vergrößerung beruht. Sie reicht von „lupenrein“, also frei von Einschlüssen und absolut transparent, bis hin zu PIII (Piqué III), also große und/oder zahlreiche Einschlüsse, die mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen sind und die Brillanz des Diamanten deutlich beeinflussen.
Die Position, sowie die Größe, die Anzahl und die Helligkeit der Einschlüsse beeinflussen den Wert des Diamanten. Einige dieser „Geburtsmerkmale“ können eventuell bei der Verarbeitung zu einem Schmuckstück etwas versteckt werden und beeinflussen kaum die Schönheit und Brillanz des Diamanten. Sind diese allerdings in der Mitte des Diamanten zu finden, kann dies Auswirkungen auf die Lichtstreuung haben und dadurch den Diamanten weniger strahlen lassen.
Da man in der freien Natur kaum wirklich lupenreine Diamanten findet, erklärt sich von selbst, dass diese in ihrem Wert deutlich über dem der anderen liegen.

Color - Die Farbe

Dieses Charakteristikum eines Diamanten bezieht sich auf das Nichtvorhandensein von etwaigen Färbungen. Diamanten werden in verschiedenen Farbtönen gefunden. Die Farbpalette reicht von rosa über rot, blau, grün, gelb und braun bis hin zum schwarzen Diamanten. Geringe Spuren von Aluminium bewirken eine blaue Färbung, Mangan eine eher rote Färbung und Stickstoff eine gelbliche Färbung. Diese farbigen Diamanten sind sehr selten zu finden und unterliegen daher einer hohen Wertschätzung, insbesondere wenn die Farbe eine intensive Sättigung aufweist. Am wertvollsten jedoch sind die vollkommen farblosen Steine. Damit ist der Diamant im Übrigen der einzige Stein, bei dem Farblosigkeit diesen wertvoller macht. Gelblich gefärbte Diamanten sind in der Natur weitaus häufiger zu finden. Daher werden diese zusammen mit den farblosen Steinen in erster Linie bei der herkömmlichen Bewertung erfasst.
Bei der Bewertung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für die unterschiedlichen Farbtöne.
Am gängigsten sind die Bezeichnungen „River“, „Top Wesselton“, „Wesselton“, „Top Crystal“, „Crystal“, „Top Cape“ und „Cape-Yellow“ verwendet. Wobei hier „River“ für hochfeines Weiß und „Cape-Yellow“ für gelblich bzw. getönt steht.
Da die unterschiedlichen Farben oft schwer zu unterscheiden sind, versucht man die Diamanten unter speziellem Licht zu betrachten oder sie mit Mustersteinen zu vergleichen. Doch auch hierdurch ist eine Graduierung, also eine Bewertung, oft schwierig und subjektiv.

(+Graduierung Buchstaben GIA)

Carat - Das Gewicht

Oft verwechselt mit der Größe eines Diamanten, ist „carat“ eine Maßeinheit für das Gewicht und wird mit „ct.“ abgekürzt. Das Wort „Carat“ hat seinen Ursprung in der arabischen bzw. in der griechischen Sprache und leitet sich vom lateinischen Wort für den Samen des Johannisbrotbaums ab. Das Gewicht eines solchen Samens entspricht beinahe einheitlich einem Carat, also etwa 0,2 Gramm. Ein Carat wird in 100 Punkte unterteilt. Demnach entspricht ein 0.75 ct Diamant einem 75-punktigen Diamanten oder einen ¾ Karäter.
Da es sehr viel schwieriger ist, große Diamanten in großer Häufigkeit in der Natur zu finden, lässt sich sagen, dass, soweit sie in ihren sonstigen Eigenschaften wie Reinheit, Farbe und Schliff nicht unterscheidbar sind, ein 1.0 Karäter deutlich teurer ist als zwei 0.5 Karäter.